Neues Google Update: viele Publisher verlieren Bildertraffic

SEO Bildertraffic

Google BildertrafficGoogle hat am vergangenen Freitag (13.09.2015) ein neues Update in Deutschland ausgerollt. Diesmal ist die Google-Bildersuche davon betroffen. Bei mehreren großen und kleinen Webseiten lässt sich seither ein Trafficeinbruch diagnostizieren.

Bereits in 2013 wurde der Bildertraffic in den USA für tot erklärt. Nun scheint Google die Anpassungen auch in den deutschen Bilder-Suchergebnissen aktiviert zu haben. Bilder werden beim Klick nur noch direkt angezeigt (und damit ein Visit ausgelöst), wenn die betroffene Seite über das https-Protokoll erreichbar ist. Bis dato wurde die medienbeinhaltende Seite direkt als Frame geladen, noch bevor die Großansicht des gesuchten Bildes angewählt wurde.

SEO BildertrafficSeitenbetreiber, die bisher nicht auf https umgeschaltet haben, dürften seit dem Wochenende mit sehr hohen Einbußen beim Bildertraffic zu kämpfen haben. Ich habe den Bildertraffic von mehreren sehr reichweitenstarken Webseiten untersucht und kann das bei diesen Projekten ausnahmslos bestätigen. Wer schon früh auf eine entsprechende SSL-Verschlüsselung seiner Webseite gesetzt hat, sollte aktuell jedoch nicht mit Verlusten rechnen müssen.

*Update am 16.09.2015*

Bildertraffic SSL UpdateNachdem sich der deutsche Meister im Bilder-SEO, Martin Mißfeldt, in einem Blogposting zu der Situation geäußert und auch Google-Vertreter direkt angesprochen hat, entsteht der Eindruck Google hätte die Änderung gar nicht beabsichtigt. Da sich die Beschwerden inzwischen häufen bleibt abzuwarten, ob und wann sich Google offiziell zur Situation äußern wird.

*Update 2 am 17.09.2015*

Seit letzter Nacht hat Google die Änderungen offenbar rückgängig gemacht. Betroffene Publisher können vorerst aufatmen. Eine offizielle Stellungnahme von Seiten des Suchmaschinenmonopolisten steht weiterhin aus.

Google’s Meteor-Blitzkrieg – Black Friday in der SEO Branche?

Meteorblitzkrieg

Qualität steht im Mittelpunkt des Google UpdatesIn einer aktuellen Qualitätsoffensive bereinigt der Suchmaschinenriese Google seine organischen Suchergebnisse um einige Webseiten. Der Grund: Sie haben unter ihren Marketinginstrumenten den SEO-Flügel zu sehr ausgereizt und damit gegen die offiziellen Richtlinien von Google für Webmaster verstoßen. Was passiert nun dabei in Deutschland? Eine Branche ist in hellem Aufruhr.

Die Rankings zu Grabe tragen, Friedhof, Schnellzug

Aus dem Leben von Martin Krohn

Martin Krohn (Name von der Redaktion geändert) ist Suchmaschinenoptimierer aus Hamburg. Nachdem er sein Handwerk während vieler Jahre in aufstrebenden Start-Up’s erlernt und sich seine Sporen verdient hatte, betreibt er inzwischen ein Internetportal, auf dem Geldanlagen miteinander verglichen werden. Er recherchiert die neusten Informationen zum Markt der Geldanlagen, pflegt neue Zinssätze von Tagesgeldkonten ein und gestaltet sein Projekt grafisch. Durch seine Vorerfahrung und die guten Kontakte zu alten Kollegen hat er sich einige Empfehlungen von anderen Webseiten beschaffen können. Inzwischen ist er ein Meister seines Handwerks und kann als Freiberufler mit steigenden Umsätzen planen. Als Nächstes will er mit seiner Lebensgefährtin einen längeren Urlaub durchführen und sich mal wieder den schönsten Seiten des Lebens widmen.

Viele Suchmaschinenoptimierer sind von Problemen betroffenDoch dann greifen die Nazis vom Mond an… oh – falscher Film – … doch dann stuft Google 80% aller Suchtreffer, die Informationssuchende zu Martin Krohn trieben, auf eine schlechtere Bewertungsebene, die hinteren Seiten der Suchergebnistreffer. Die Werbung über Bankangebote, mit denen Martin Krohn seinen Lebensunterhalt bisher erfolgreich bestreiten konnte, findet zu wenig Abnehmer. Er muss nun wieder mit weniger Kapital wirtschaften.

Für Martin Krohn bedeutet das zukünftig: Umorientierung, den Fokus verstärkt auf die Darbietung auf der Webseite richten und mehrwertige bzw. lesenswerte Inhalte schaffen. Nur so, glaubt er, könne man die Metriken der Suchmaschine davon überzeugen, wieder als nützliche Suchmaschinen-Empfehlung an den Verbraucher zu gelten.

Black Friday des SEO?

In den Bürogebäuden und Privatbüros der Bundesrepublik geht es dieser Tage rund. Die aufgeweckten Branchenblogger sprechen von Selbstzerstörung der SEO-Branche und in den Kommentarfeldern von reputierten SEO’s ist plötzlich die Rede von Google-Stasi und Kameradenschweinen. Ein Kommentator greift schon zu mathematischen Modellen:

[…] Ironischerweise hatte ich heute an der Uni eine Vorlesung “Einführung in die Spieltheorie”, und das einfachste aller Modelle wird wohl derzeit effizient von Google angewandt (Gefangenendilemma): http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma Vielleicht für den ein oder anderen interessant. […]

In dieser Theorie werden zwei Gefangene verdächtigt, gemeinsam eine Straftat begangen zu haben. Sie haben keine Chance sich zu beraten und sich abzustimmen. Wenn die Gefangenen sich entscheiden zu schweigen und zu kooperieren, werden beide wegen kleinerer Delikte nur zu je zwei Jahren Haft verurteilt. Gesteht nur einer (Defektion) und der andere schweigt (Kooperation), bekommt der erste als Kronzeuge lediglich eine symbolische einjährige Bewährungsstrafe und der andere bekommt die Höchststrafe von sechs Jahren. (frei nach Wikipedia).

Wie diese Theorie von den meisten Menschen in der Praxis umgesetzt wird, muss wohl nicht erwähnt werden. Und da der Suchmaschinenbetreiber Google Webseitenbetreiber, die wegen Qualitätsgesichtspunkten vor der Abstufung in der Googlesuche stehen, mit einer E-Mail dazu auffordert, die Empfehlungsstruktur von “gekaufter PR” zu bereinigen, beginnt nun vielleicht ein Grabenkrieg, in dem jeder auf jeden schießt:

Die GWT warnen Seitenbetreiber mit einer standartisierten E-Mail

***Nachtrag, ein Blick in die Staaten – danke an Patrick:

[…]“I find it pretty amazing that there are over 450+ negative comments on the official Google webmaster blog about the new algo changes and no response from Google or the spam team.”[…]

http://searchengineland.com/penguin-update-recovery-tips-advice-119650

Anmerkung: dieser Beitrag wurde ursprünglich im April 2012 auf kenntnisstand.net veröffentlicht und nachträglich auf froechling.com portiert.

Für das Bildmaterial zeichnen sich der Autor und die Fotografen ‘Didi01′ und ‘s.media’ (pixelio.de) verantwortlich.