Im deutschen SEO wird Linkaufbau zunehmend outgesourcedIn der heutigen SEO-Landschaft taucht der Begriff des Crowdsourcing immer wieder auf. Um neben qualitativen Verlinkungen auch den natürlichen Linkmix zu gewährleisten setzen viele Agenturen und Inhouse-Teams inzwischen auf Anbieter, die Linkaufbau mittels Schwarmauslagerung offerieren. Doch sind diese günstigen Helfer wirklich feuererprobt? Oder kann dies einem Projekt sogar schaden?

Linkmix schaffen – eine unumgängliche Maßnahme

Um beim Linkaufbau für eine Webseite Google glaubhaft zu machen die organisierten Empfehlungen seien natürlich gesetzt, muss ein natürlicher Mix an Linkqualität geschaffen werden. Darunter versteht sich, dass neben Links aus dem Content von bspw. Nachrichtenportalen oder Blogs auch „schwächere“ Verlinkungen verwirklicht werden müssen: aus Kommentaren, aus Foren, über Social-Bookmarking-Dienste und nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken.

Dies scheint im Vergleich ein simples Vorhaben, welches eher Arbeitszeit schluckt als den Mitarbeiter inhaltlich zu fordern. Zudem ist man auf keine externe Partei angewiesen, da die Linkrealisierungen im Alleingang möglich sind (sieht man z. B. von der Freischaltung von Kommentaren ab). Daher greifen viele Unternehmen auf alternative Wege zurück und versuchen diese Arbeit für vergleichsweise geringe Kosten outzusourcen.

Begriffsdefinition Crowdsourcing nach Wikipedia:

Crowdsourcing bzw. Schwarmauslagerung bezeichnet […] die Auslagerung von Unternehmensaufgaben und -strukturen […] auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern im Internet. .

In der Definition liegt allerdings der Hund begraben. Freizeitarbeiter? Für eine „leichte Aufgabe“ bestimmt geeignet. Doch viele vergessen, dass auch „niederes Linkbuilding“ das zu vermarktende Unternehmen nach Außen repräsentiert. Schließlich werden durch den User auch Foren gelesen und Kommentare vernommen – und in Relation zum verlinkten Portal gestellt. Überdies weiß auch Google, dass Manipulation auf diesem Gebiet weiter verbreitet ist als in allen anderen Empfehlungsformen. Und nicht zu vergessen sind die Seitenbetreiber des „Linkwirts“, zu deren Alltag es gehört, den „Linkspam“ aus ihren Foren, Blogkommentaren und Netzwerken zu entfernen.

Ein Negativbeispiel für Linkmarketing

Lose-Lose-Situation im Verzug

Mit anderen Worten: wird hier nicht sauber gearbeitet ist die Maßnahme zwecklos, teuer und riskant. Eine unglaubwürdig und uninteressant abgesetzte Empfehlung ist schlimmer als keine Empfehlung. Und was kann man von „Freizeitarbeitern“ verlangen? Selbst die beliebte Gruppe der arbeitssuchenden Studenten ist sich schnell zu schade, wenn die Arbeit nicht mit entsprechender finanzieller Gegenleistung gewürdigt wird. Und schon kommt es zu flüchtigem Arbeiten, um die letzten Honorare für die Warmmiete zusammen zu treiben. Eine Lose-Lose-Situation.

Sicherlich gibt es Crowdsourcing-Modelle in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung, bei denen die Anbieter eine professionelle Auswahl innerhalb der Crowd vornehmen. Die Berliner Agentur Suxeedo macht mit ihrem Sauercrowd bisher einen guten Eindruck, zumal lange Jahre SEO-Erfahrungsaufbau hinter den Betreibern stecken. Ob sich das Modell Crowdsourcing aber zum Mittel erster Wahl für den sekundären Linkaufbau mausert, bleibt bedenklich abzuwarten.

Bisher hat es sich bewährt, auch hier mit vernünftigem Budget oder verlässlichen Kräften zu kalkulieren.

Anmerkung: dieser Beitrag wurde ursprünglich im August 2012 auf kenntnisstand.net veröffentlicht und nachträglich auf froechling.com portiert.


Foto / Bildmaterial: Honey Bee Swarm vom Fotografen Umberto Salvagnin, CC-Lizenz (BY 2.0)
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